Macabeya

 

MACABEYA ist eine Formation der speziellen Art.

Das Didgeridoo, ein uraltes Holz-Blasinstrument der australischen Aborigines, wird von Manfred Scheffknecht gespielt, erforscht und gebaut. Seine Faszination für dieses Instrument ist gross und widerspiegelt sich in seinen gespielten Sounds. Auf geheimnisvolle Art kann dieser Sound die Wurzeln unseres Daseins durch seine Vibration erreichen, berühren, erinnern und manchmal gar wohlig entspannen.

Erika Caluori, die sich gerne der Erforschung von den geheimnisvollen Lehren des Lebens hingibt, inspirierten Manfreds Sounds auf dem Didgeridoo. So begann sie mit der Einbringung und Umsetzung  von Ergänzungen. Mit Elementen wie ihrer Stimme, verschiedenen Trommeln und anderen alten Instrumenten dieser Erde gab es interessante Kombinationen. Mit dem Schreiben eigener Geschichten, dem Erzählen derer und dem Verweben mit der Musik war „MACABEYA“ geboren und es begann nun eine spannende Reise des Duos.

Soundfile: Macabeya Live 2009

Die bisherigen Konzertgeschichten von MACABEYA:
2000  Klangträume mit dem Didgeridoo
2001  Der Zauber vom Didgeridoo
2001  Der Traum
2002  Der Stein
2002  Klänge für die Sinne
2002  Herzfeuer
2003  Der Mann vom Mond
2003  Das Geschenk vom Licht (zu lesen weiter unten)
2005  Die Geschichte
2005  Sheila
2006  Der vergessene Wunsch
2007  Ganzes Glück
2008  Eine Liebesgeschichte
2009  Gabriel

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Die erste CD von MACABEYA – unplugged 2008

Die Aufnahmen entstanden in der Ref. Kirche in Marbach/SG
und sind live aufgenommen worden, mit dem Hall des Raumes.
 

Auszüge aus einigen Stücken der CD:

Stück 4: touch the breath

Stück 6: into the heart

Stück 7: canaja

Stück 10: contact

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Hier finden sie  Geschichten die Erika Caluori für die Konzerte geschrieben hat:

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Das Geschenk vom Licht

 

Peter hat Lust auf frische Luft. Ein dicker Schal, warme Handschuhe, wetterfeste Schuhe und der alte, lange Militärmantel seines Vaters lassen ihn die frostigen Temperaturen vergessen. Er spaziert an den See. Dort schaut er den Möwen und den Enten zu, wie sie miteinander zelebrieren, als gäbe es für sie keinen Winter. Da sieht er eine Frau bei einem Baum stehen. Sie hält ihren langen, schwarzen Mantel fest zusammen und beobachtet mit fröhlichen Augen die Weite des Sees. Peter läuft magisch angezogen auf sie zu. Was fasziniert ihn an ihr so sehr? Er beginnt mit ihr zu plaudern.

Er fragt:“ Hallo! Darf ich fragen, wer du bist?“

Sie lächelt und sagt: „ Hallo! Wer ich bin? Das ist eine schwierige Frage! Oder genügt es dir, wenn ich sage, ich bin der ich bin?“

„ Ämmh, das ist eine komische Antwort, mit der ich nicht viel anzufangen weiss. Kannst du mir deinen Namen sagen?“

Die Frau neigt den Kopf zur Seite und sagt: „Meine Mutter hat mir schon einen Namen gegeben. Möchtest du mir auch einen Namen geben?“

Peter runzelt die Stirn. „Langsam interessierst du mich wirklich. Sag mal, was siehst du, wenn du mich ansiehst?“

„Ich sehe das, was du mir zeigen willst. Mehr kann und darf ich nicht sehen. Würde ich mehr als das sehen, wüsstest du nicht mehr, wer du bist. Es würde dich traurig machen und verunsichern, denn ich würde dir nicht die Antwort geben, die dir gehört. Niemand kann sich selber wirklich sehen. Erst im andern erscheint ihm das Bild, wie er wirkt.“

Peter lockert den Schal. So langsam kommt er ins Schwitzen.

Er sagt: „Du verwirrst mich immer mehr. Du antwortest so, dass ich nachher weniger weiss als vorher. Warum tust du das? Warum redest du nicht wie alle anderen?“

„Du verstehst doch alles, was ich sage. Wir reden miteinander. Ich gebe dir nur nicht die Antworten, wie du es gewöhnt bist. Du möchtest hören, was du bisher immer gehört hast. Ich überspringe das Gewohnte und das verunsichert dich. Warum bist du so festgefahren?“

Nun wird Peter leicht wütend. „Ich bin nicht festgefahren! Ich habe nur nach deinem Namen gefragt, egal wer ihn dir gegeben hat. Gut, es ist eine Abmachung, wie man dich nennen soll. Dann frage ich, wie diese Abmachung in Sachen Namen bei dir lautet?“

Die Frau lässt nicht locker und sagt: „Das könnte ich dir schon sagen. Aber ich bin eben neugierig. Ich suche immer wieder Menschen, die mit mir zusammen über eine Abmachung hinausgehen können. Eine Abmachung ist etwas, das man immer schon gemacht hat und anscheinend immer so tun wird. Dann geschieht aber nie etwas Neues. Das Neue ist für mich das Lebendige. Versuche es, welchen Namen würdest du mir geben?“

Peter ringt mit den Armen und gibt auf. „ Also gut, dann nenne ich dich Susi!“

Die Frau klatscht vor Freude in ihre Hände und sagt strahlend: „ Gut!“

In der Ferne ertönt ein lautes Hupen, sodass die Möwen erschreckt davon fliegen.

Peter sucht weiter und fragt: „Aber jetzt nimmt es mich wunder, woher du kommst!“

Sie antwortet leicht und schnell: „ Ich komme von gestern und gehe in das Morgen!“

Er schnaubt leicht gereizt durch die Nase und sagt: „Das finde ich super! Niemand hat mir je so lustige Antworten gegeben. Ich habe nach einem Raum gefragt und nicht nach der Zeit!“

„Das stimmt! Jeder möchte gerne diese Antwort bekommen, die er sich erhofft. In der Frage ist die Antwort irgendwie schon eingepackt.

Wie viel kostet diese Truhe? Mit dieser Frage zeigt man Interesse, diese Truhe zu kaufen. Und wir haben aber auch schon eine gewisse Ahnung, wie viel wir für diese Truhe bezahlen wollen oder können. Packen wir alles zusammen, würde die korrekte Frage lauten: Gibst du mir diese Truhe für 20 Franken? Damit spart man Zeit.“

„ Ich soll also direkt fragen, ob du vielleicht aus der Schweiz kommst?“

„ Ja, ich komme aus der Schweiz und wie fühlst du dich jetzt?“

„Es freut mich, dass ich richtig geraten habe!“

„Du hast es richtig gefühlt! Du hast dir die Chance geschenkt, dein Gefühl zu prüfen und es macht dich glücklich, dass dein Gefühl richtig war. Sind wir nicht immer auf der Suche nach dem Recht? In uns wohnt so viel Gefühl. Gefühl für das Wetter, für die Tiere, für die Länder, für die Menschen. Wir sind dauernd auf der Jagd nach Wissen und nach dem „recht“ haben. Und doch überlassen wir sehr schnell das Denken den anderen und fügen uns ihren Antworten. Das finde ich schade! Man verliert dabei Zeit! Und es ist die Zeit, wo man seinen eigenen Gefühlen keinen Platz lässt, ihnen keinen Ort gibt, um sich spüren zu können, ob man recht hat oder nicht.“

Peter steht versunken da und sinnt ihren Worten nach. Es dauert eine Weile, bis er wieder zu Worten findet und sie lässt ihm die Zeit. Dann fragt er offen und direkt: „Sag mal, bist du überhaupt ein Mensch?“

Sie lacht und sagt: „ Wie kommst du denn auf diese Idee? Ich sehe doch aus wie ein Mensch, oder nicht?“

„ Ja, ja, das schon! Aber ganz plötzlich kommt mir die Art von Reden und Antworten so vor, als kämest du von einem anderen Ort als der Erde.“

Diesmal überlegt sie kurz, bevor sie antwortet: „ Naja, gewiss! Ein Teil von mir ist Mensch, ein anderer Teil von mir ist mehr als Mensch. Aber das gilt für alle, auch für dich!“

„Ich weiss nicht, ich fühle mich nur als Mensch, und gerade jetzt als eher langweiliger Mensch, eingesperrt im Trott des Alltäglichen. Immer nur dasselbe! Es ist das Plaudern mit dir, das dieses Gefühl in mir weckt.“

„Aus dem Alltag kann man ausbrechen!“

„Ja! Aber wenn man schon solange wie ich drin steckt, fühlt man sich darin recht gefangen, als ob man darin eingeschlafen wäre. Ich habe keine Ideen mehr, was ich sonst tun könnte.“

Sie läuft einmal um ihn herum und fragt ihn sanft: „Redest du manchmal mit deinem Herzen?“

Er antwortet schnippisch: „Nein, mein Herz schlägt ruhig vor sich hin. Es redet nicht!“

„Siehst du, da haben wir es. Ich sage dir, dass dein Herz zu dir spricht und es kennt keinen Alltag. Es tut immer dasselbe, es schlägt vor sich hin. Würde es sich nur auf das konzentrieren, was ihm an Möglichkeiten des Tuns bleibt, wäre es ihm sehr langweilig. Aber es spürt – viel – dauernd! Jeder einzelne Schlag unterscheidet sich vom anderen, weil es dauernd an einem anderen Ort des Gefühls ist. So ist dieses langweilige Tun das Lebendigste in unserem Menschsein. Wie fühlst du dich jetzt?“

„Ein wenig verwirrt, aber ich spüre, was du meinst. Jede noch so langweilige Tätigkeit liegt in einem Gefühl des Momentes. Und jeder Moment soll anders sein?“

„Vor 4000 Jahren war es hier ganz anders, vor 10 Jahren warst du anders, vor einem Jahr fühltest du gerade etwas anderes, gestern um

diese Zeit machtest du etwas anderes, vor einer Stunde auch. Warum nicht vor einer Minute? Alles verändert sich dauernd, es kommt nur darauf an, wie man es gerade betrachtet.“

„Von wo hast du all dieses Wissen? Du redest einfach und doch ungewöhnlich. Du verwirrst mich mit deinen Antworten und doch bewegt es etwas in mir, das mich froh stimmt.“ Einen Augenblick streifen seine Augen den Himmel. „Es ist … du machst mir Hoffnung! Du machst mir Hoffnung, dass ich aus meinem Festgefahrenen herausfinden kann.“

„Tja, jetzt kommen wir zu dem Punkt! Ich sprach davon, dass man auf sein Herz hören kann, und dass es im ellenlangen, gleichmässigen Schlagen Platz findet für die grösste Lebendigkeit des Gefühls. Kennst du die Liebe? SIE wohnt im Herzen der Menschen!“

„Ja, ja! Es  ist ein schönes Gefühl, wenn man jemanden liebt oder geliebt wird.“

Sie lächelt und sagt: „Ich habe mir schon gedacht, dass du das sagst. Aber ich sagte, dass die Liebe im Herzen wohnt, und dass dort jedes Gefühl in der Sprache der Liebe lebt und spricht.“

„Stopp. stopp! Nun wird es aber zu romantisch! Gleich beginne ich zu säuseln! Nein! Liebe ist gut und recht, aber dass alles in der Liebe leben soll, das kannst du mir nicht weismachen. Auf der Erde geschieht viel zu viel Leid. Da ist soviel Streit, Neid und Krieg. Das weißt du doch auch!?“

„Ja, ich weiss. Aber das kommt daher, dass viele Menschen aufgehört haben, auf ihre Herzen zu hören. Sie sind traurig und hoffnungslos geworden. Der Alltag ist ihre Sicherheit und ihr Halt geworden!“

„Lebst du die Sprache des Herzens?“ entgegnet Peter sanft.

„Ich versuche es Tag für Tag. Es ist wie das Lernen einer neuen Sprache. Übt und lernt man dies oft, versteht man immer mehr und es wird immer leichter, das zu sprechen und zu leben.“

„Wie lange bist du schon am Lernen?“

„Schon sehr lange!“

„Bitte sage mir jetzt, wer du bist!“

Wieder lächelt sie und ihre weissen Zähne strahlen dabei: „Gut, gut! Ich bin das Licht und möchte es der Erde schenken. Ich komme vom Licht und gehe zum Licht.“

Er studiert kurz und platzt heraus: „Ich würde wetten, dass du sagst, dass wir das alle sind!“

Jetzt staunt sie und ruft: „JA, DAS STIMMT!“

„Ich spüre immer mehr, was du mit allem, was du erzählt hast, meinst. Jeder von uns ist absolut frei. Man muss sich einfach entscheiden, was man will. Im Grunde ist alles jederzeit möglich …..  eben wegen der Freiheit!“

„Das Herz kann jederzeit erhört werden, dann wenn man es will oder wünscht!“

„Ich kann also auch entscheiden, ob ich Krieg, Neid oder Streit aus dem Schatten oder aus dem Licht betrachten will.“

„Die Nacht ist der Schatten vom Licht. Entscheide ich mich dazu, die Nacht als gut zu betrachten, finde ich auch dort das Schöne. Ich geniesse die Sterne, den Mond, den Kerzenschein, den Schlaf und die

Träume. Im Dunkeln spüre ich viel mehr nur mich als im Hellen, wo alle oder alles zusammen gesehen werden kann. Ich will das oder ich bin das und nichts anderes!!! Darum geht es doch …. und um nichts anderes!“

Peter atmet tief ein. Jetzt merkt er, dass sich der Abend langsam ankündigt. Der Abendverkehr dröhnt lauter als vorher und die Vögel haben sich zurückgezogen.

Er antwortet: „Ja, schlussendlich geht es nur um das. Ich fühle mich jetzt ganz genau! Ich fühle mein Licht, das, was ich gut tun oder leben kann. Aber ich spüre auch meine Schatten, das, was mir fehlt, was ich suche, meine Sehnsucht, meine unerfüllten Wünsche.“

„Kannst du glauben, dass das allergrösste Licht immer noch mehr und mehr Licht geben und schenken möchte?“

„Sprichst du jetzt von Gott?“

„Jeder darf dem grössten Licht, der grössten Liebe den Namen geben, wie er will. Man darf es dort spüren, suchen und finden, wo man es finden möchte. Die grösste Liebe ist überall und kann alles bringen, was wir uns wünschen. Wir müssen es nur tun!“

„Tun? Was tun?“

„Uns entscheiden, ob wir das grösste Licht finden möchten, welchen Namen wir ihm geben möchten und wo wir suchen wollen. Dann weiss das allergrösste Licht, wie es sich bei dir zeigen soll.“

„Die Liebe! Das Licht ist die Liebe, so grosszügig, dass es sich allen zeigen kann, wie sie es möchten … allgegenwärtig!“

„Du hast es verstanden. Und ich wünsche mir sehr, dass es noch viel mehr Menschen verstehen können. Das Licht möchte immer mehr erstrahlen dürfen … hier auf Erden. Es möchte geben, schenken können, vielen … allen!“

„ Ich bedanke mich bei dir! Du hast es geschafft, in mir etwas zu öffnen. Du hast etwas in mir befreit!“

„ Ich bedanke mich bei dir, dass du dich hast öffnen lassen! Wo ich geben darf, dort bin ich glücklich. Dass ich mich vergeben darf, ist mein alleiniger Wunsch. Ich glaube, dass kannst du jetzt verstehen!“

Peter nimmt sie sanft in seine Arme und hält sie einen Moment fest. Dann löst er sich von ihr, schaut ihr tief in ihre Augen und schämt sich nicht wegen seinen Tränen. Dann läuft er langsam nach Hause. Etwas kehrte nie mehr zurück, nämlich seine Hoffnungslosigkeit.

Und sie? Wo ist sie verschwunden? War sie überhaupt da?

Wie sollen wir uns entscheiden?

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